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Dialogprozesse mit Interessengruppen im Wald anstoßen und gemeinsam kommunizieren: Eine Aufgabe von Naturparken und Biosphärenreservaten


Im NaBioKom-Projekt setzen IfLS, team ewen und die vier Praxispartner gemeinsam Dialogprozesse in den Pilotregionen Naturpark Kellerwald-Edersee, Geonaturpark Bergstraße-Odenwald sowie den Biosphärenreservaten Rhön und Thüringer Wald um. Ziel ist es, den Interessenausgleich zwischen verschiedenen Akteursgruppen im bewirtschafteten Wald zu unterstützen und einen Austausch zu wichtigen Zukunftsthemen anzustoßen. Dadurch soll unter anderem das Verständnis für unterschiedliche Perspektiven gefördert und gemeinsame Projekte und Aktivitäten initiiert werden.       

Beim zweiten Treffen der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe (PAG) am 6.11.2023 gab das Projektteam einen Überblick über relevante Themen, zu denen Interessenunterschiede existieren und die einen Dialog zwischen verschiedenen Akteursgruppen erfordern. Die Online-Befragung deutscher Naturparke und Biosphärenreservate zeigt eine Vielfalt an Themen auf. In Biosphärenreservaten wird zu vielen Fragen bereits ein guter Dialog geführt, während sich dieser in Naturparken bisher u.a. vorwiegend auf Themen der Erholungsnutzung fokussiert. Viele dieser Themen spiegeln sich auch in den Experteninterviews in den Reallaboren wider. Besonders relevant wird hier ein Dialog zum Thema Wasser und eine Verbesserung des Wasserrückhalts gesehen. Die Projektbegleitende Arbeitsgruppe macht zudem deutlich, dass ein Dialog zum Ausbau Erneuerbarer Energien in Naturparken und Biosphärenreservaten und die Herausforderungen des Interessenausgleichs zukünftig stärker in den Blick genommen werden sollte.

Zentrale Anknüpfungsmöglichkeiten bieten sich für die Naturparke, Biosphärenreservate und beteiligten Akteursgruppen im Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung an. Basierend auf einem fachlich und sachlich geführten Austausch lassen sich gemeinsame Aktivitäten initiieren, um inhaltliche Herausforderungen und Ziele von Wäldern nach außen zu kommunizieren. Wesentliches Hindernis bei einer Intensivierung von Aufgaben des Dialogs sind die eingeschränkten personellen Ressourcen der Naturparke und Biosphärenreservate. Daher sollten die Dialogveranstaltungen in möglichst konkrete Projekte münden.

Die Ergebnisse des Vorhabens werden in einem Leitfaden für Naturparke und Biosphärenreservate aufbereitet, der Hilfestellungen für die Planung und Umsetzung von Dialogprozessen bieten soll.

Ansprechpersonen am IfLS: Marie Sophie Schmidt (schmidt[at]ifls.de); Ulrich Gehrlein (gehrlein[at]ifls.de)