Das Ziel, die Wasserrückhaltefähigkeit der Landschaft zu verbessern, verbindet zahlreiche regionale Akteursgruppen. Sie haben erkannt, welchen Einfluss wasserbezogene Ökosystemleistungen auf die Stabilität und Resilienz der Wälder und Forstbetriebe sowie auf gesellschaftliche Leistungen insgesamt haben. Hier setzt das vom IfLS geleitete, dreijährige RegioBlau-Projekt* an, das im Oktober 2025 gestartet ist. Im Fokus steht die Frage, wie Akteur:innen aus Forstwirtschaft, Kommunalverwaltungen, Wasserwirtschaft, Naturschutz und weiteren Bereichen besser zusammenarbeiten können. Ziel ist es, die Bereitschaft von Entscheidungsträger:innen zur Umsetzung von Wasserrückhaltemaßnahmen im Körperschafts- und Privatwald zu erhöhen. Durch die Weiterentwicklung regionaler Governance-Strukturen sowie gezielte Sensibilisierungsansätze sollen geeignete Voraussetzungen und förderliche Rahmenbedingungen für die Implementierung entsprechender Maßnahmen geschaffen werden. Das durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. mit Mitteln des BMLEH geförderte RegioBlau-Projekt wird vom IfLS gemeinsam mit team ewen als Projektpartner für Kommunikation und Mediation sowie mit regionalen Akteur:innen in zwei Reallaboren umgesetzt.
Am Online-Kick-off des Reallabors „Nördliches Rheinland-Pfalz“ am 13. Januar 2026 nahmen 19 Vertretende aus den Landkreisen Westerwaldkreis und Altenkirchen teil. Beteiligt waren die Forstämter Hachenburg und Altenkirchen, Verbandsgemeinden, Kreisverwaltungen, Kreiswaldbauvereine, die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, die Hatzfeldt-Wildenburg’sche Verwaltung sowie die Masgeik-Stiftung. Ziel des Reallabors ist der Aufbau einer regionalen Projektgruppe, die den Projektprozess vor Ort steuert. Die Vertretenden übernehmen dabei unterschiedliche Rollen – als Entscheidungsträger:innen, Multiplikator:innen oder durch ihre fachliche Expertise. Die Teilnehmenden des Kick-offs erwarten vom RegioBlau-Projekt insbesondere eine bessere Vernetzung und verbindlichere Zusammenarbeit der regionalen Akteur:innen sowie eine höhere Akzeptanz von Maßnahmen durch gezielte Kommunikation. Gewünscht werden zudem praxisnahe Arbeitserleichterungen, Good-Practice-Beispiele für kleinere Maßnahmen mit niedrigschwelligen Finanzierungsoptionen, modulare Lösungsansätze zum Wasserrückhalt – etwa für die Herausforderungen kleinteiliger Privatwaldstrukturen – sowie passgenaue Informationen für die entlang der Entscheidungskette beteiligten Akteur:innen.
Beim nächsten regionalen Projektgruppentreffen in Präsenz im Juni sollen die Ergebnisse der Status-quo-Analyse diskutiert und die nächsten Schritte im Reallaborprozess konkretisiert werden.
*Informationen zum RegioBlau-Projekt: https://www.ifls.de/regioblau
Ansprechpersonen am IfLS: Marie Sophie Schmidt (schmidt[at]ifls.de); Simone Sterly (sterly[at]ifls.de)

