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Umweltförderung auf dem Prüfstand: Wieviel Potential steckt in der GAP wirklich?

Mit Beginn der neuen Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) im Jahr 2023 hat sich die Agrarumweltförderung der EU deutlich verändert. Die Reform brachte nicht nur neue Instrumente, sondern auch mehr Komplexität mit sich: Für die Bundesländer stieg der Programmierungsaufwand, für die Betriebe wurde das Fördersystem undurchsichtiger. Erfahrungen der letzten Jahre zeigen: Die Instrumente müssen wirksamer und effizienter werden – besonders mit Blick auf die nächste Förderperiode ab 2028.
Hier setzt das Projekt „BiodivGAP“ an. Es soll die umweltbezogenen Maßnahmen der aktuellen GAP zusammenstellen und hinsichtlich ihrer potenziellen Wirkung auf die Biodiversität bewerten. Gleichzeitig sollen Grundlagen für eine kohärentere und zielgerichtetere Weiterentwicklung der Agrarumweltförderung entstehen.
Am 10. März fand dazu das Auftaktgespräch in Bonn statt. Die Auftraggeber – das Bundesamt für Naturschutz (BfN) sowie das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) – erläuterten dort den Hintergrund und ihre Erwartungen an das zweijährige Vorhaben. Das Projektteam aus der IfLS Beratung und Projekte GmbH, entera – Umweltplanung und IT sowie dem Lehrstuhl für Agrarökonomie der Universität Rostock präsentierte im Anschluss das methodische Vorgehen. Ein zentraler Punkt war zudem die enge Abstimmung mit einem parallel vom Umweltbundesamt geförderten Projekt, das sich vorrangig mit den abiotischen Wirkungen der GAP befasst.
Der erste zentrale Arbeitsschritt – und zugleich die Grundlage für beide Projekte – ist nun die Erstellung einer umfassenden Datenbank der umweltrelevanten Maßnahmen des aktuellen GAP-Strategieplans. Das Projektteam bewertet deren Biodiversitätsrelevanz und analysiert darauf aufbauend die potenziellen Wirkungen. Ziel ist es, Empfehlungen für eine zukünftige GAP zu entwickeln, die ökologische Ziele wirksamer unterstützt.

Ansprechpersonen am IfLS: Jörg Schramek (schramek[at]ifls.de); Heike Nitsch (nitsch[at]ifls.de)