Wie können wir sicherstellen, dass Evaluationsergebnisse und Empfehlungen tatsächlich in die Vorbereitung der GAP nach 2027 einfließen?
Um diese Frage ging es beim Good Practice Workshop des EU CAP Netzwerks/EU-CAP-Evaluierungshelpdesk in Helsinki, wo diese Frage aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven diskutiert wurde.
Das IfLS war dabei in seiner Rolle als Evaluationsdienstleister für den deutschen GAP-Strategieplan 2023-2027 vertreten.
Im Rahmen der laufenden Förderperiode evaluiert das IfLS zusammen mit seinen Konsortialpartnern die Bereiche Einkommensunterstützung (SZ 1), Förderung der Wettbewerbsfähigkeit (SZ 2), Stärkung der Betriebe (SZ 3), Förderung der Existenzgründungen/Junglandwirt:innen (SZ 7) und ländliche Entwicklung /LEADER-Mehrwert (SZ 8) sowie das Querschnittsziel (QZ; Wissen, Innovation, Digitalisierung).
Ein zentrales Learning des Workshops: Evaluationen sind dann besonders wirksam, wenn sie nicht als Abschluss eines Politikzyklus verstanden werden, sondern als kontinuierlicher Lern- und Rückkopplungsprozess. Evidenz muss Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger allerdings zum richtigen Zeitpunkt erreichen.
Einige vorgestellte Beispiele waren unter anderem:
- Österreich machte anhand eines „Zero CAP Payments“-Szenarios sichtbar, welche möglichen Effekte ein Wegfall der GAP-Zahlungen auf landwirtschaftliche Produktion, Faktoreinkommen, Landnutzung und extensives Grünland hätte.
- Ungarn zeigte, wie Evaluationen systematisch in den gesamten GAP-Politikzyklus eingebettet werden können und sowohl die laufende Umsetzung als auch die Planung nach 2027 unterstützen.
- Finnland unterstrich die wachsende Bedeutung quantifizierter Erkenntnisse, insbesondere zur Wirkung von GAP-Maßnahmen auf Umwelt und Klima.
- Schweden stellte Routinen zur Nachverfolgung von Evaluationsergebnissen und Empfehlungen vor, mit denen sichtbar wird, ob und wie Evidenz tatsächlich in Umsetzung und Planung einfließt.
- Litauen zeigte, wie abgeschlossene Evaluationen, Stakeholderbeteiligung und evidenzbasierte Analysen den Übergang vom Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum zum GAP-Strategieplan unterstützt haben.
Unser Fazit: Evaluationen entfalten vor allem dann Wirkung, wenn Follow-Ups institutionell verankert sind und adressatengerecht kommuniziert wird. Für die GAP nach 2027 bedeutet das: weg von „Evaluation als Berichtspflicht“ – hin zu „Evaluation als Grundlage für Lernen, Steuerung und bessere Politikgestaltung“.
Vielen Dank an alle Vortragenden und Teilnehmenden für den wertvollen Austausch und die praxisnahen Einblicke.
Ansprechpersonen am IfLS: Jörg Schramek (schramek[at]ifls.de); Dr. Ulrich Gehrlein (gehrlein[at]ifls.de)

