Zu den Kernaufgaben von Biosphärenreservaten gehört es eine nachhaltige Entwicklung modellhaft zu fördern. Inwiefern sie dabei bereits Prinzipien zirkulären Wirtschaftens anwenden und welche Möglichkeiten Biosphärenreservate bei der Förderung zirkulären Wirtschaftens haben, wurde auf der EuroMAB*-Konferenz 2024 am 6. Juni in Lutherstadt Wittenberg diskutiert.
Das IfLS organisierte den Workshop und stellte erste Befragungsergebnisse aus dem BResourceful-Projekt vor. Es zeigte sich, dass alle Biosphärenreservate nachhaltiges Wirtschaften fördern und dabei unterschiedlich stark auf zirkuläre Prinzipien setzen, Anknüpfungspunkte meist aber vorhanden sind. Dies wurde auch an zwei Fallbeispielen aus dem Biosphärenreservat Spreewald und dem Galloway and Southern Ayrshire Biosphere deutlich, die innovative Ansätze zum Umgang mit biogenen Reststoffen aus der Landschaftspflege vorstellten.
Die Diskussion mit den Teilnehmenden zeigte, dass mangelndes Fachwissen und Bekanntheit des Konzepts zirkulären Wirtschaftens eine weitere Verbreitung hemmt. Darüber hinaus brauch es nicht nur Unternehmen, die zirkuläres Wirtschaften leben, sondern Politik, Forschung und die Gesellschaft, die Märkte für zirkuläre Produkte entstehen und wachsen lässt. Einigkeit bestand darin, dass Biosphärenreservate prädestiniert sind eine ermöglichende Rolle einzunehmen und zwischen diesen Akteursgruppen zu vermitteln und Initiativen anzustoßen.
* Die EuroMAB-Konferenz ist das jährliche Treffen der nordamerikanischen und europäischen Biosphärenreservate.
Ansprechpersonen am IfLS: Dr. Ulrich Gehrlein (gehrlein[at]ifls.de); Christoph Mathias (mathias[at]ifls.de)

