Während Europa unter einer Hitzewelle litt, wurde auf der EURAF-Konferenz 2026 vom 22.-26. Juni in Neuchâtel deutlich: Die Agroforstwirtschaft entwickelt sich rasant – und könnte zu einem entscheidenden Baustein für die Landwirtschaft der Zukunft werden.
Bei diesem intensiven Austausch war auch das IfLS über das Projekt AFaktive vertreten. Bereits am Dienstag organisierte das Projektteam einen zweiteiligen Workshop zum Thema Agroforst und Wassermanagement. Im Mittelpunkt standen der fachliche Austausch und die Frage, wie sich zentrale Herausforderungen bewältigen lassen – von Governance- und Umsetzungsfragen über Datengrundlagen und Monitoring bis hin zu regional unterschiedlichen Rahmenbedingungen.
Am Mittwoch verlagerte sich der Fokus auf die Praxis. Mehrere Exkursionen boten den Teilnehmenden die Möglichkeit, Agroforstsysteme vor Ort kennenzulernen und mit Praktikerinnen und Praktikern ins Gespräch zu kommen. Dabei rückte ein Thema besonders in den Vordergrund: die Klimaanpassung. Die außergewöhnlich hohen Temperaturen machten eindrucksvoll sichtbar, unter welchem Druck die Landwirtschaft bereits heute steht – und wie dringend widerstandsfähige Produktionssysteme benötigt werden.
Passend dazu präsentierte das IfLS am Donnerstag in der Postersession die Ergebnisse eines Deliverables zu den administrativen Rahmenbedingungen von Agroforst und Wasser. Die Analyse zeigt, dass zwischen politischen Zielsetzungen, rechtlichen Vorgaben und der praktischen Umsetzung vielerorts noch erhebliche Lücken bestehen. Gleichzeitig wurde aber auch das große Potenzial deutlich, das in einer stärkeren Verzahnung von Agrar-, Wasser- und Klimapolitik liegt.
Ein Fazit zog sich wie ein roter Faden durch die zahlreichen Diskussionen der Konferenz: Agroforstwirtschaft wird künftig eine zentrale Rolle spielen müssen. Nicht nur als Maßnahme zur Klimaanpassung, sondern als integraler Bestandteil resilienter, produktiver und biodiversitätsfördernder Agrarsysteme.
Und die aktuelle Hitzewelle lieferte dafür die wohl eindrücklichste Botschaft der gesamten Veranstaltung: Die Frage ist längst nicht mehr, ob Agroforst Teil der Lösung sein kann – sondern wie schnell seine Potenziale in die Fläche gebracht werden können.
Ansprechperson am IfLS: Holger Pabst (pabst[at]ifls.de)
