Arbeitsmodule

Arbeitspaket 1
Regionale Ansätze zirkulären Wirtschaftens in deutschen Biosphärenreservaten

Das erste Arbeitspaket widmet sich der grundlegenden Bestandsaufnahme bestehender zirkulärer Wirtschaftsansätze in den deutschen Biosphärenreservaten. Die Forschung zur Kreislaufwirtschaft (Engl. Circular Economy) konzentrierte sich bislang primär auf urbane Räume, während ländliche Regionen zunehmend als relevante Handlungsfelder identifiziert werden.

Ziel ist es, durch eine umfassende Dokumentenanalyse, eine Online-Befragung aller deutschen Biosphärenreservate sowie vertiefende Interviews mit Expert:innen und Stakeholdern den Status quo zu erfassen. Als zentrale Ergebnisse entstehen ein Forschungsbericht zu zirkulärem Wirtschaften in Biosphärenreservaten.

Arbeitspaket 2
Ausbau zirkulären Wirtschaftens in drei Modellregionen

Aufbauend auf den Ergebnissen der Bestandsaufnahme entwickelt das zweite Arbeitspaket konkrete regionale Strategien zur Implementierung zirkulären Wirtschaftens in drei ausgewählten Biosphärenreservaten. Ein zentraler Fokus liegt auf der Identifikation und Analyse regionaler Stoffkreisläufe, industrieller Symbiosen sowie lokaler Innovationspotenziale im Bereich der Bioökonomie und nachhaltigen Ressourcennutzung.
Hierfür werden für jede Modellregion sogenannte Circular Economy (CE)-Profile erstellt, die eine systematische Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen, infrastrukturellen und natürlichen Rahmenbedingungen ermöglichen. Diese Profile basieren auf quantitativen und qualitativen Analysen und enthalten Informationen zu Flächenverfügbarkeit, Rohstoffströmen, bestehenden Wirtschaftsstrukturen sowie relevanten Akteursnetzwerken.
In einem partizipativen Prozess werden anschließend regionale Circular Economy Aktionspläne (CE-Aktionspläne) entwickelt. Dazu werden mehrere Stakeholder-Workshops durchgeführt, in denen Unternehmen, Verwaltungen, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftliche Akteure zusammenkommen. Die erarbeiteten Strategien sollen nicht nur auf die spezifischen regionalen Gegebenheiten zugeschnitten sein, sondern auch eine Blaupause für die Übertragung auf andere ländliche Regionen bieten. Als Endprodukte entstehen neben den CE-Profilen detaillierte CE-Aktionspläne, die konkrete Maßnahmen zur Förderung zirkulären Wirtschaftens in den Modellregionen definieren.

Arbeitspaket 3
Synthese und übergreifende Ableitungen für zirkuläres Wirtschaften in Biosphärenreservaten

Während die ersten beiden Arbeitspakete primär auf die empirische Erhebung und partizipative Entwicklung von Ansätzen zur Förderung zirkulären Wirtschaftens fokussiert sind, liegt der Schwerpunkt von AP 3 auf der wissenschaftlichen Synthese der Erkenntnisse und der Ableitung übertragbarer Handlungsempfehlungen.
Ein zentrales Instrument sind Peer-to-Peer-Austauschrunden, in denen die Akteursgruppen der Modellregionen über ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Lösungsansätze diskutieren. Diese interregionale Vernetzung ist essenziell, um den Wissenstransfer zwischen den Biosphärenreservaten zu gewährleisten und Synergieeffekte zu identifizieren.
Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse werden systematische Erfolgsfaktoren und Herausforderungen für die Etablierung zirkulärer Wirtschaftsmodelle in ländlichen Regionen definiert. Die daraus resultierenden Erkenntnisse münden in einen Synthesebericht, der eine übergeordnete Analyse der Rahmenbedingungen für Kreislaufwirtschaft in Biosphärenreservaten bietet. Ergänzend wird ein praxisorientierter Handlungsleitfaden entwickelt, der über die Biosphärenreservate hinaus in anderen ländlichen Entwicklungsregionen, wie Naturparks oder LEADER-Regionen, Anwendung finden soll.

Arbeitspaket 4
Wissenschaftliches Projektmanagement, Wissenstransfer und Öffentlichkeitsarbeit

Arbeitspaket 4 stellt sicher, dass die Ergebnisse des Vorhabens durch verschiedene Kommunikations- und Disseminationsstrategien einer breiten Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Konkret umfasst dieses Arbeitspaket:

  • Die Einrichtung einer projektbegleitenden Arbeitsgruppe, die den Forschungsprozess kritisch reflektiert und die Praxisrelevanz der entwickelten Strategien sicherstellt.
  • Die Entwicklung einer Online-Plattform, die als zentrale Wissens- und Austauschplattform für Akteure aus Biosphärenreservaten, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft fungiert.
  • Publikations- und Disseminationsaktivitäten, darunter wissenschaftliche Veröffentlichungen, Präsentationen auf Fachkonferenzen sowie Fachartikel in relevanten Zeitschriften.
  • Eine Abschlussveranstaltung, auf der die Projektergebnisse vorgestellt, diskutiert und in politische und wirtschaftliche Strategien überführt werden.

Durch diese Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass das Forschungsvorhaben nicht nur theoretische Erkenntnisse generiert, sondern langfristige strukturelle Veränderungen anstößt und zur Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft in ländlichen Räumen beiträgt.