Details zum Projekt

LEAN - Lernen über Unternehmertum und Landwirtschaft für neue Landwirte


Während die europäische Landwirtschaft einer alternden Bevölkerung mit Problemen bei der Übertragung gegenübersteht, wächst eine neue Generation von Landwirten: junge Menschen ohne landwirtschaftliche Qualifikation, die nicht aus der Landwirtschaft stammen. Diese neuen Landwirte sind bestrebt, eine nachhaltigere Landwirtschaft zu entwickeln und gleichzeitig ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie sind mehr Unternehmer als traditionelle Landwirte. Sie benötigen daher nicht nur landwirtschaftliche Fachkenntnisse, sondern auch organisatorische, wirtschaftliche und unternehmerische Fähigkeiten.

Die bestehenden Ausbildungsstrukturen entsprechen aufgrund einer zu dichten und zu langen Ausbildung (mehrjährige Vollzeitausbildung) nicht ihren Bedürfnissen. Darüber hinaus sind diese neuen Landwirte vor allem an agroökologischen und ökologischen Praktiken interessiert, die in diesen Kursen nicht speziell angeboten werden.

Neue Landwirte müssen sich nicht nur mit den Schwierigkeiten ihrer Betriebsgründung auseinandersetzen (z. B. Fragen des Landzugangs), sondern sich auch schnell und effizient in ihren neuen Arbeitsbereich einarbeiten. Um sie während des gesamten Einrichtungsprozesses zu unterstützen, werden vor allem in Frankreich Strukturen wie ein landwirtschaftlicher Inkubator geschaffen, aber es fehlt ihnen an Schulungsinstrumenten.

Das Projekt soll über diese spezifische Zielgruppe hinaus auf die Bedürfnisse junger europäischer Landwirte eingehen, die mit den gleichen Problemen konfrontiert sind: mangelnde unternehmerische Fähigkeiten und eine spezifische ökologische und agroökologische Ausbildung.

Ziel des Projekts ist es, qualitativ hochwertige Lernmöglichkeiten über den agrarökologischen und ökologischen Landbau, unternehmerische Fähigkeiten und konkrete Beispiele für gute Praktiken und Tipps von europäischen Landwirten anzubieten. Das Ausbildungsprogramm, das sich an junge und neue Landwirte richtet, wird nach einem Ansatz zum Aufbau von Kapazitäten konzipiert, der auf einschlägigen, maßgeschneiderten, innovativen und leicht zugänglichen Instrumenten beruht, die von Organisationen der landwirtschaftlichen Ausbildung mobilisiert werden können.

Um diese Ziele zu erreichen, soll das LEAN-Projekt zwei wesentliche intellektuelle Ergebnisse liefern:

Z1 : Ausbildungsprogramm zu agrarökologischem und ökologischem Wissen und unternehmerischen Fähigkeiten für neue und junge Landwirte.

Z2 : Ausführliche Fallstudien über versierte Landwirte.

Die wichtigsten Ergebnisse von (1) sind eine Bewertung des Ausbildungsbedarfs, Open Educational Resource Module zum agroökologischen und ökologischen Landbau und Richtlinien für Lernende und Moderatoren. Der Ansatz des Schulungssystems basiert auf der pädagogischen Methode des "umgekehrten Klassenraumtrainings", bei der die Lernenden die Schulungsressourcen selbstständig nutzen, bevor sie mit dem Moderator diskutieren. Dieses unabhängige Ausbildungssystem ermöglicht es jedem Lernenden, sich in seinem eigenen Tempo weiterzuentwickeln und sich Kenntnisse entsprechend seiner spezifischen Erfahrung anzueignen. In den Fallstudien (2) werden die von den Landwirten angewandten Verfahren analysiert und Rückmeldungen und Tipps für die Lernenden vorgeschlagen. Pro Land, das im Konsortium vertreten ist, werden drei Fallstudien durchgeführt.

Durch die Kombination von Online-Trainingsmaterial, Fallstudien, Best-Practice-Beispielen und persönlichem Austausch bietet das Lernprogramm eine umfassende und bereichernde Ausbildung für neue Landwirte. Die Trainingsmodule werden auf einer Online-Plattform frei zugänglich sein, auf der Interaktionen zwischen Lernenden, Moderatoren und anderen Beteiligten gefördert werden.

http://leanproject.eu/

Generell wird erwartet, dass das LEAN-Projekt am Übergang zu mehr Nachhaltigkeit und Lebensfähigkeit des europäischen Agrarmodells teilnimmt.

Das Projektkonsortium besteht aus sechs europäischen Organisationen aus fünf EU-Ländern. Die Partnerschaft besteht zwischen Berufsbildungsorganisationen, Forschungs- und Beratungsorganisationen und Nichtregierungsorganisationen, die alle im Bereich der Landwirtschaft tätig sind.

Projekt-Nr.: 

173

Kategorien: 

Information und Wissensvermittlung | Sozioökonomie der Betriebe |

Auftraggeber: 

Europäische Union – GD Bildung und Kultur, Erasmus+ Programme Key Action 2: Strategic Partnerships

Laufzeit: 

2018 - 2020

Kontaktperson/en am IfLS: 

Simone Sterly, Christoph Mathias